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Pösing
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Pösing ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Cham. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Stamsried.

Contents

• Geografie
• Geschichte
• Erste Belege
• Neuzeit
• Religionen
• Gemeinderat
• Wappen
• Natur
• Bauwerke
• Medien
• Bildung
• Verkehr
• Sonstiges
• Literatur
• Weblinks

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Geografie

Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Regensburg.

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Stamsried, Pemfling, Cham, Roding.

Gemeindegliederung

Pösing hat zwei Gemeindeteile (in Klammern der Siedlungstyp):cite-ref-2[2]cite-ref-3[3]

• Langwald, erster Hausbau 1947 (Siedlung)
• Pösing (Kirchdorf)

Es gibt nur die Gemarkung Pösing.

Geschichte

Namensherkunft

Im Lauf der Jahrhunderte veränderte sich der Ortsname von Besinga (896), Pesinge (1194), Pesingen (1243), Pesing (1301) über Poysing (1484) zu Pösing (ab 1499).

Vor- und FrĂĽhgeschichte

Die ersten Menschen in der Umgebung von Pösing dürften sich bereits seit der Altsteinzeit aufgehalten haben. Dies belegen Funde wie Jagdwaffen und Opfersteine in den umliegenden Ortsteilen.

Erste Belege

• Die erste urkundliche Nennung (ausgestellt in Regensburg) Pösings erfolgte am 2. August 896 als Königsgut (sechs bäuerliche Anwesen) im Rahmen einer Schenkung des ostfränkischen Kaisers Arnulf von Kärnten an die Pfalzkapelle mit Kollegiatstift in Roding.

Mittelalter (Zeit bis 1500)

Der Ort gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Wetterfeld des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

• Erste Brücke im 13. Jahrhundert.
• Ortsadel: Engelschalk von Pesingen, Dienstmann des Klosters St. Emmeram in Regensburg (1190); Ulrich von Pösing (1240), Geschlecht der Pösinger Edelleute erlischt (1324).

Neuzeit

Bekannt ist Pösing auch durch den Fund eines Faustkeils (Riß-Würm-Zwischeneiszeit, vor ca. 100.000 Jahren) am 11. Oktober 1961 auf dem Gemeindegebiet: „Faustkeil von Pösing“. Er besteht aus honigfarbenen Quarzit, wie es hier im Fluss vorkommt. 1957 Fund eines Tüllenbeils aus der Bronzezeit im Fluss Regen.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs im April 1945 begann die Deportation der KZ-Häftlinge aus dem KZ Flossenbürg in das KZ Dachau. Ein Todesmarsch führte Häftlinge von Flossenbürg, Rötz über Diebersried nach Pösing. Wer nicht mehr gehen konnte oder flüchten wollte, wurde von den Wachsoldaten erschossen. Die völlig erschöpften Leute wurden von SS-Männern mit Hunden und Waffen getrieben. Von Diebersried nach Pösing wurden 597 tote Häftlinge gefunden.cite-ref-4[4]

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 894 auf 983 um 89 Einwohner bzw. um 10 %.

• 1961: 749 Einwohner
• 1970: 887 Einwohner
• 1987: 870 Einwohner
• 1991: 929 Einwohner
• 1995: 961 Einwohner
• 2000: 971 Einwohner
• 2005: 976 Einwohner
• 2010: 979 Einwohner
• 2015: 988 Einwohner

Religionen

Am 9. Mai 2011 waren 85,3 % der Bevölkerung Pösings römisch-katholisch, 7,5 % evangelisch-lutherisch und 7,2 % gehörten anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.cite-ref-5[5]

Römisch-katholische Kirche
Die Katholiken gehören zur Pfarrei Stamsried im Bistum Regensburg. Im Ort gibt es das katholische Kuratbenefizium St. Vitus.

Evangelisch-Lutherische Kirche
Die evangelischen Christen in Pösing gehören der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde in Roding an.

Politik und Verwaltung

BĂĽrgermeister

Michael Reith (CSU) ist seit 1. Mai 2020 Erster Bürgermeister; dieser wurde mit 94,2 % der gültigen Stimmen gewählt. Sein Vorgänger war vom 1. Mai 2008 bis 30. April 2020 Edmund Roider (CSU).

Gemeinderat

Dem Gemeinderat gehören neben dem Ersten Bürgermeister acht Gemeinderatsmitglieder an. Wie bereits in der Amtszeit 2014 bis 2020 erzielten beide Wahlvorschläge am 15. März 2020 jeweils vier Mandate:cite-ref-6[6]

• CSU und

Wappen

Kultur und SehenswĂĽrdigkeiten

Natur

Bis an die Ortsgrenze von Pösing geht die „Regentalaue“, ein seit Jahrzehnten geschütztes Gebiet, das am 22. Januar 2010 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Die „Regentalaue“ erstreckt sich bis nach Cham und ist mit 1427 ha das mit Abstand größte Naturschutzgebiet in der Oberpfalz.cite-ref-8[8]

Bauwerke

→

Hauptartikel

:

Liste der Baudenkmäler in Pösing

Profane Bauwerke

• „altes“ Schulhaus, errichtet 1838, heute Gemeinde Pösing.

Kirchen und Klöster


Erste Kirche erbaut ca. 1000, zweite Kirche ca. 1530, im Dreißigjährigen Krieg fast vollständig zerstört, dritte Kirche zwischen 1730 und 1750. Im Jahre 1750 wurde von den Bierbrauereheleuten Schneider aus Pösing das Benefizium Pösing gestiftet. 1820 Bau einer Orgel. 1899 Renovierung der Kirche. Am 25. Januar 1901 wurde das Benefizium Pösing in ein Kuratbenefizium umgewandelt (durch Allerhöchste Entschließung von Prinzregent Luitpold). 1908 Kauf einer neuen Orgel mit acht Registern. 1921/22 erfolgte die Verlängerung des Kirchenschiffes um 56 Meter nach Westen. Die Sakristei wurde vom Turm in einen Anbau an der Südseite verlegt. Am 21. Januar 1996 erfolgte die Einweihung der neuen Orgel. Kirchenpatron ist der Hl. Vitus, die beiden Altarfiguren sind die weiteren böhmischen Nationalheiligen Wenzel und Sigismund.

• Kalvarienbergkapelle

Stiftung der Kapelle mit Kreuzweg 1822 durch die Gastwirtswitwe Walburga Schreiber. Gründung des „Verein zum Erhalt der Bierlkapelle“ 2008, Renovierungsbeginn 2009

• Marienkapelle

Gemeindeteil Langwald, Bau 1961–1962, Einweihungsfeier 1962

• Kapelle „Unschuldige Kinder – der stumme Schrei“

Bau und Einweihungsfeier 2008

In der näheren Umgebung

SehenswĂĽrdigkeiten
Geotope in der Nähe von Pösing:

→

Hauptartikel

:

Liste der Geotope im Landkreis Cham

Unter Pösing verläuft der Pfahl, eine sehr harte Gesteinsschicht. Dadurch ist hier eine natürliche Furt durch den Regen gegeben.

Bodendenkmäler

→

Hauptartikel

:

Liste der Bodendenkmäler in Pösing

Sport und Vereine

• FSV Pösing e. V. 1958 (590 Mitglieder, Abteilungen: Fußball, Karate, Eisstock, Tennis, Turnen)
• Schützenverein „Gemütlichkeit“ 1924 (150 Mitglieder)
• Sport-Kegel-Club Regental Pösing e. V.
• Fischereiverein Pösing e. V.
• Modellfluggruppe Roding-Pösing

Regelmäßige Veranstaltungen

• Juni: Johannifeuer auf dem „Bierl“
• Juli: Pösinger Open Air auf dem „Bierl“
• Dezember: Christkindlmarkt im Ortskern
• In Pösing findet jedes Jahr ein großes Open Air statt. Auf dem „Bierl“, dem Berg, von dem aus man das ganze Regental überblickt, treffen sich jährlich am 3. Juliwochenende ca. 3000 Fans, die den Sommer und die Musik feiern. Veranstalter ist der Musik- und Kulturverein Pösing e. V., der auch den Rest des Jahres einige Veranstaltungen organisiert.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschlieĂźlich Land- und Forstwirtschaft

2017 gab es in der Gemeinde 224 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 417 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 193 Personen größer als die der Einpendler. 11 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 13 landwirtschaftliche Betriebe; von der Gemeindefläche waren 466 Hektar landwirtschaftlich genutzt.

Medien

Der Ort liegt im Verbreitungsgebiet der Donau-Post, einer Lokalausgabe des Straubinger Tagblatts, des Bayerwald-Echos, einer Lokalausgabe der Mittelbayerischen Zeitung sowie der Wochenzeitung Chamer Rundschau.

Bildung

Es gibt eine Kindertageseinrichtung mit 82 Plätzen und 78 betreuten Kindern, davon 12 Kinder unter drei Jahren; der Anbau mit Kinderkrippe war 2012 fertig gestellt worden.

Die Kinder bis zur vierten Jahrgangsstufe besuchen die Wolfgang-Spießl-Grundschule Stamsried-Pösing.cite-ref-9[9]

Verkehr

Das Dorf liegt direkt am Regen. Der Bau der BrĂĽcke erfolgte 1890.

Die B 85 führt in unmittelbarer Nähe am Ort vorbei. Sie ist eine der Hauptrouten aus Tschechien. Seit Jahren ist das Verkehrsaufkommen immer stärker geworden. Am 5. Dezember 2007 wurde der vierspurige Ausbau zwischen Cham und Untertraubenbach für den Verkehr freigegeben. Pösing hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Schwandorf–Furth im Wald.

Söhne und Töchter der Gemeinde

• Georg Lang (1913–1965), Politiker (CSU), Mitglied des Bundestages
• Wilhelm Reisinger (* 1958), Fußballspieler

Sonstiges

• Pösing hat eine Ortsrufanlage. Dies ist eine Lautsprecheranlage für Durchsagen an das Dorf.cite-ref-10[10]

Literatur

• 1100 Jahre Pösing, 895–1995. Herausgeber: Gemeinde Pösing
• Langwald 1947–1997. Herausgeber: Siedlungsgemeinschaft Langwald e. V.

Weblinks

Commons

: Pösing

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

• Pösing: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik

Quellen und FuĂźnoten

cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-by-11. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern – Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
cite-note-22. ↑ Gemeinde Pösing in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. Januar 2018.
cite-note-33. ↑ Gemeinde Pösing, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 20. Dezember 2021.
cite-note-44. ↑ Die „Killing Fields“ bei Pösing – Todesmarsch. Mittelbayerische Zeitung. Abgerufen am 22. Januar 2017.
cite-note-55. ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik. Gemeinde Pösing. Statistik kommunal 2015 PDF, München 2015, S. 6.
cite-note-66. ↑ Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 16. August 2020
cite-note-wappen-72. Wappen von Pösing in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
cite-note-88. ↑ Regentalaue (Memento des Originals vom 10. November 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfn.de auf der Website bfn.de
cite-note-99. ↑ Grundschule Stamsried-Pösing in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 17. August 2020.
cite-note-1010. ↑ Ortsrufanlage